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Ist es nicht ganz wunderbar? Endlich können wir sagen: Heute geht es uns besser. Besser als vor einem, zwei und auf jeden Fall viel besser als noch vor drei Jahren. Eigentlich müsste man nur noch strahlende Werbergesichter sehen, wieder strahlende Werberpartys feiern und freudig einer strahlenden Zukunft entgegensehen. Eigentlich.

Scheiden tut weh.

Uneigentlich ist die Freude noch äußerst verhalten. Vielleicht sitzt uns die Krise noch so tief in den Knochen, dass wir der sprichwörtlichen Schwalbe und ihrem Sommer noch nicht so recht trauen können. Aber man muss kein Optimist sein, um festzustellen, dass es inzwischen eine ganze Schwalbenschar ist. Haben wir etwa die schlechten Zeiten so lieb gewonnen, dass uns der Abschied davon jetzt so schwer fällt? Hat die allgemeine Volksdepression auch unsere Branche befallen und wir sind zu geschwächt? Okay, niemand vermisst das großkotzige Werbergetue der Neunziger, aber etwas mehr Selbstbewusstsein wäre durchaus angebracht. Wir alle können uns doch mit Stolz als Überlebende bezeichnen. Schließlich haben wir uns nicht, wie viele andere, unterkriegen lassen und den Widrigkeiten tapfer und listig die Stirn geboten.

Legen wir die Werbung mal auf die Psychocouch und hören, was Freud ihr heute attestieren würde: eine reife und erwachsene Persönlichkeitsstruktur! Klar, das Meistern einer größeren Krise gehört nun mal zum Erwachsenwerden. Es schadet nicht, im Gegenteil, es macht einen doch bekanntlich nur noch stärker. Doch woher sollten wir das auch wissen? Lief doch alles so gut seit den ersten Persil-Blechschildern. Andere und vor allem „ältere“ Branchen haben da natürlich einen immensen Vorsprung und reagieren etwas souveräner auf das immer wiederkehrende Auf-und-Ab. Wahrscheinlich hat man nach der Erfahrung, dass nach einem „schwarzen Freitag“ die Welt nicht untergeht, ein stabileres Vertrauen in das Universum und seine unendlichen Weiten.

Jetzt dürfen wir also am Erwachsenentisch sitzen und bei aller anfänglichen Verunsicherung: Da gehören wir doch längst hin. Verabschieden wir uns also schnell von den düsteren Gedanken der letzten Jahre und am besten gleich auch noch von einigen nervigen Kindereien unserer Branche und wagen den Blick nach vorn. Und siehe da: Hier finden wir ihn wieder, den in den letzten Jahren abhanden gekommenen Spaß an unserer Arbeit. Damit meine ich ganz bestimmt nicht den Pseudo-Spaß unserer Spaßgesellschaft, sondern die wahre Lust auf mutige Kommunikation. Auf Kampagnen, Spots, Aussendungen etc., die nicht nur die Kriterien von – übrigens genauso verunsicherten – Produktmanagern erfüllen, sondern vor allem unsere eigenen. Übertreffen wir uns doch mal wieder selbst! Wir können es doch. Wir haben nicht aufgegeben, als Budgets gekürzt, Kampagnen gestoppt und Etats zusammengestrichen wurden – wozu sind wir also fähig, wenn wieder gute Arbeitsbedingungen herrschen?!

Es ist nicht mehr so wie früher und das ist auch gut so. Es wird wohl allerdings auch nie wieder so sein wie ganz früher. Kein Kunde wird widerspruchslos die halbe Agentur zum Dreh nach Südafrika schicken und großmütig über sämtliche Spesen hinwegsehen. Doch allmählich gehören diese Champagner-Zeiten sowieso nur noch zur Mythenbildung unserer Branche. Die, die damals dabei waren, haben sich meistens schon aus dem Agenturgeschäft zurückgezogen. Auch hier ist Kreativität gefragt: Wir müssen uns unsere eigenen Champagner-Zeiten schaffen. Vielleicht laufen wir uns dann eines Tages in Südafrika über den Weg...

Zeljko Ratkovic
Geschäftsführer
brand.david Kommunikation
München

 
Tilman Au
Ausblick für den Einblick
Dipl.-Kfm. Tobias Bartenbach
Alfa Romeo, Thomas Cook, Neckermann Reisen, Fisherman’s Friend oder Erben Wein – bekannte Markennamen, denen wohl jeder schon einmal begegnet ist. Aber wer kennt Bartenbach?
Shalva Beniashvili
Kulturbranding - die Kunst, Kultur zu kommunizieren
Klaus Peter Betz
Baden-Württemberg ist Business-to-Business-Land
Philipp Bierbaum
Qualität zahlt sich aus
Jörg Dambacher
Dichtung und Wahrheit über Entscheidungen. Die Studie BtoB insight von RTS Rieger Team
Ralf Deubler
Stellen Sie sich vor, es ist eine
riesige Party und keiner geht hin.
Markus Eichel
Rückblick, Einblick, Ausblick
Martin Gehl
Kommunikation steigert Glaubwürdigkeit und Vertrauen
Doris Haffner
Integrierte Kommunikation
— Werbung trifft IT.
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Die Marke ist die Botschaft
Michael Horlacher
Kunden binden mit Dialogmarketing
Hundertgrad

Über Kopfbäuche,
Kundenkümmerer und Seismografiker

Hans-Christian Hunfeld
Eine Zielgruppe macht Sorgenfalten
Dr. Tim Karg
Partystimmung auf dem Olymp?
Jürgen Knauss
Ein etwas anderes Streiflicht
Brigitte Schuka, Thomas Krause
Aufbruch – Umbruch – Durchbruch
Volker Lässing
Das Ende der Kakophonie
oder
Manchmal ist weniger mehr
Rolf Mayr
"Es gibt Themen, die gehen nicht an einem vorbei."
Gerhard Mutter
High Involvement, low Cost
Gerhard Mutter
Wir können alles. Außer Bahnhof.
Stefan Neukam
Marketing als Motor:
Sense and Response
Willy F. Petermeier
„Branding & Selling“
Zeljko Ratkovic
Früher war alles schlechter!
Christian Rechmann
Die Mitte wirbt!
Alexandra Richter
Emotionen sind schneller als der Verstand.
Philipp Riediger
Point of Sale –
der Punkt der Entscheidung
Gottlieb Schalberger
BtoB ist BtoC. Und umgekehrt.
Angelika Schmid
Heute ist morgen schon gestern ...
Herbert Schneider
Die Zukunft spricht Dialog. Reden Sie mit!
Peter Jochen Schott
Dienstleister für die Marke
Peter Schultze
Die Metropolregion Nürnberg
Helmut Sendlmeier
Ausgezeichnete Werbung braucht keine Auszeichnungen
Heinz Stoll
Steh auf, wenn du integriert denkst
Tobias Ulmer
WERBUNG für alle?
Michael Waadt
Wer einmal lügt
Oliver Walter
Von der Werbewirtschaft zur Erlebnisökonomie
Ingrid Wächter-Lauppe
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern die anderen Windmühlen.
Hansjörg Zimmermann
Kreativ und schnell.