... im Marketing sogar vorgestern. Der Konsument
macht, was er will. Die Kommunikation verliert sich im 2.0 Nirwana.
Und die Kreativität braucht schon lange keine großen
Namen mehr. Ein Erdrutsch in den Köpfen der Marketer. Vielleicht.
Vielleicht aber auch nicht. Die Revolution ist
da. Ob gewollt oder nicht. Und: Sie spielt in erster Linie den
Unkonventionellen in die Tasche. Den Querdenkern. Und Schrägmachern.
Den neugierigen Kreativ-Manufakturen, die sich nicht einengen
lassen (wollen!) – schon gleich gar nicht von Kanälen
und Disziplinen.
Warum auch – mit der Demokratisierung der
Kommunikation verfehlen die klassisch-tradierten Denkmuster ihre
Wirkung. BLOW-THE-LINES – auch wenn’s weh tut. Nur
so lernen die Großen zu laufen. Und die Kleinen zu überholen.
Und das tun sie. Jenseits der Schmerzgrenze. Aber mit einem Kribbeln
im Bauch. Keine Frage: Das Marketing 3.0 entlarvt mit seinem Echtzeit-Feedback
Ein-Weg-Quickies, die Strategien loopen und bewährte Konzept-Schubladen
ziehen. Frische Köpfe sucht der Marketer –Köpfe,
die begreifen, was da gerade passiert. Und wissen, was der Verlust
kanalorientierter Positionen bedeutet (bedeuten kann):eine komplett
neue Infrastruktur – weg von B2C hin zuC2B und C2C.
Das macht Kommunikation nur noch spannender. Denn
die Virtuosität der Kreativen misst sich nicht mehr an der
Idee allein. Das wäre schlichtweg zu wenig: Der Paradigmenwechsel
vom Push- zum Pull-Marketing führt über „neue“
Wege auch zu „neuen“ Konsumenten mit „neuen“
Befindlichkeiten. Und die gilt es ernst zu nehmen. Fakt ist: Jeder
Konsument ist ein Mensch. Und kein Ziel. Fakt ist: Jeder Konsument
ist ein Ich. Und kein Milieu. Fakt ist: Jeder Konsument ist frei.
Und wenn er es nicht ist, will er trotzdem so behandelt werden.
Das macht etwas nervös. Muss es aber nicht:
Denn der „neue“ Konsument gewinnt zwar durch die technisch-strukturellen
Entwicklungen an Macht. Allmächtig ist er deshalb noch lange
nicht. Das wäre in seiner Absolutheit zu Schwarz-Weiß
gedacht. Es verschieben sich aber die Parameter der Kommunikation
– sehr deutlich sogar.
Und genau das ist der Punkt: Das Marketing 3.0 lebt
nicht
allein vom wilden Aktionismus in neuen Kanälen. Es lebt insbesondere
durch die Kreativität jenseits von Keyvisuals und Claims.
Einer Kreativität, die durch Glaubwürdigkeit und Relevanz
besticht. Und zudem den Mut einfordert, nicht immer und unmittelbar
messbar zu sein.
Das mag erschrecken. Fordert aber auch heraus: Es
gibt nun mal keine „alte“ Einfachheit für die
„neue“ Komplexität. Change or die! Manchmal muss
es eben wehtun ...
Angelika Schmid
Geschäftsführerin
Buero Gelb GmbH
Die Kommunikateure